Apulien

Tag 08: Fahrt zum Gargano, 470 km

Die Entscheidung ist gefallen, wir verlassen die Gegend und fahren nach Apulien. Hier waren wir schon einmal im Jahr 2011 und möchten nun bei hoffentlich geringerem Verkehr und wärmeren Temperaturen die Gegend genießen. Erstes Ziel ist der Gargano im Norden Apuliens, ein spornartiges Gebirge, das in die Adria ragt. Wir fahren zurück zur Autobahn, dann Richtung Rom und weiter Richtung Osten. Die Hauptstadt fliegt an uns vorbei, es läuft gut. Schön, mal wieder eine Straße ohne Schlaglöcher zu befahren.

Auf dem Weg an die Aria fahren wir an den Abruzzen und der Stadt Pescara vorbei. Die Straßen sind leer und die Temperatur angenehm, deutlich wärmer als in der Toscana. Da es keine Planung gibt, fahren wir einfach am Nordrand des Gargano entlang.

Wir finden im Campingführer den Camping Cinque Stelle, ein Camping mit preisgünstigem Vorsaisonpreis. Wir sind begeistert. Das ist genau das, was wir als Ruheständler brauchen. "Hmm, ganz schön ruhig hier". Einchecken geht, die Rezeption ist mit einer jungen Dame besetzt. Außer dem Gärtner und der Besatzung eines zweiten Wohnmobils ist sie das einzige menschliche Wesen auf diesem riesigen Campingplatz. Im Sommer ist hier bestimmt viel los, aber jetzt? Und ach ja, das Restaurant ist noch nicht offen und der kleine Laden auch nicht. Das nächste Dorf westlich ist 5 km entfernt, das nächste östliche 8 km. Aber dafür ist der Camping von zwei Seiten von Wasser umgeben...

Das ist genau das Richtige, um mal zur Ruhe zu kommen. Was macht eigentlich das zweite Wohnmobil da? Es stellt sich heraus, dass das zweite Wohnmobil mit zwei Personen und einer Riesendogge besetzt ist, und aus Wolfsburg kommt. Wenig später trifft man sich auf Wolfenbüttler Terrain und trinkt Wolfsburger Wein. Hervorragend. Ich liebe Apulien.

Tag 09: Fahrt nach Peschicci, 30 km

Die Euphorie am Abend zuvor endete später dann mit dem ersten Besuch des Sanitärblocks. Um es mal freundlich zu sagen, statt 5 Sterne hätte dieser Platz ein Baustellenschild vor dem Eingang verdient gehabt. Mit größter Vorfreude verlassen wir den Camping in Richtung Peschicci. Hier haben wir allerbeste Erinnerungen aus dem Jahr 2011.

Blick auf Peschicci (2011)
Peschicci (2011)

Peschicci ist ein Traum, Traum-Bucht, Traum-Altstadt, Traum-Ausblicke. Allerdings liegen alle Campingplätze unten am Meer und in jedem Fall hat hat man traumatische Höhenmeter vor sich.

Wir checken am Camping Lalillo ein, auf dem Bild unten rechts am Strand.

Tag 11: Fahrt nach Vieste, 25 km

Vieste ist der Hauptort des Gargano, den wir aus dem Jahr 2011 gut kennen. Wie schon bei Peschicci bin ich geneigt, den Ort ausschließlich mit Superlativen zu beschreiben. Aber ich denke, die Bilder sprechen für sich...

Tag 13: Fahrt nach Giovinazzo, 170 km

Die Küstenstraße südlich von Vieste ist sehr gut für Kleinwagen oder Motorräder geeignet. 2011 waren wir mit dem VW-Bus unterwegs, da hatte ich gar keinen Spass. Daher haben wir diesmal gleich den Weg quer durch den Gargano genommen, eine empfehlenswerte Route. In Küstennähe steil abfallend, aber mit etwas Vorsicht auch für Womos gut machbar. Über die Küstenautobahn oder auch die parallellaufende Bundesstraße kommt man später dann gut vorwärts.

Giovinazzo

Wir checken im westlich des Ortes gelegenen Camping La Baia ein. Von hier aus ist der Ort gut zu Fuß zu erreichen. Ein östlich gelegener Camping ist zwar etwas ortsnäher, er war zum Zeitpunkt aber noch nicht geöffnet. Auch Giovinazzo glänzt mit Superlativen...

Tag 14: Ausflug mit dem Bus nach Molfetta und Trani

Die Küstenorte in dieser Region Apuliens sind alle sehenswert. Geschützter Hafen, Altstadt mit Festung, ggfs. Kirche. Von Giovinazzo aus fährt in kurzen Abständen ein Nahverkehrsbus hin und zurück. Tickets vorher im Tabacci-Laden kaufen!

Tag 15: Fahrt nach Matera, 85 km

Matera liegt in der Basilikata und ist über Hauptstraßen von der Küste aus gut zu erreichen. Westlich von Altamura bietet sich auf dem Weg ein Abstecher nach Gravina in Puglia an. Dort spielt der Film Maria, ihm schmeckt's nicht. Für alle, die an Drehorten interessiert sind, bitteschön.

In Matera gibt es keinen Camping, dafür aber einen guten Agritourismo Masseria del Pantaleone. Den haben wir erstmalig ausprobiert, das war richtig gut. Die angeschlossene Trattoria war sehr nett.

Sassi von Matera

Die Sassi (Höhlenwohnungen) von Matera gehören zum Unesco-Weltkulturerbe. Von der Masseria wird man morgens hingebracht und mittags zurück gefahren.